Junge Kohlmeisen

•7. Juni 2009 • 4 Kommentare

Gestern war nach langer Zeit wieder mal ein Regentag. Überraschenderweise war an den Futtersäulen so viel los, wie schon lange nicht mehr. Dann habe ich mich extrem gewundert, wieso jetzt plötzlich Vögel das Futterhäuschen unter dem Balkon anfliegen, wo nie ein Vogel rein wollte. Das kam mir schon komisch  vor. Dann kam ein “Schwarm” von 6 Kohlmeisen gleichzeitig, und ich wunderte mich weiter. Als sich dann mehrere Kohlmeisen ins regengeschützte Futterhäuschen setzten, wunderte ich mich, wie blass sie in der Farbe waren. Da sie aber offensichtlich total aufgeplustert und kugelrund waren, dachte ich, die Farbe wirke deshalb blasser. Erst als mir auffiel, wie schmal und dünn der schwarze Streifen am Bauch war, fiel bei mir endlich der Groschen!  Offensichtlich hat ein Kohlmeisenpaar ihre Jungen an den Futterplatz mitgebracht. Wie soll ich denn da drauf kommen, wenn die aufgeplusterten Federbälle größer aussehen als die ausgemergelten, von der Brut und Jungenaufzucht sichtlich gezeichneten Eltern!

Hier konnte man dann zwar einerseits sehen, dass die Jungen – die aber offensichtlich bereits selber fliegen können und aus dem Gröbsten raus sind (ich kenne mich zu wenig aus als dass ich sagen könnte, ob es noch zu früh für Körnerfutter wäre) – mit dem angebotenen Körnerfutter gefüttert werden, aber dass die Vögel offensichtlich wirklich sehr dankbar waren, an diesem Tag keine weiten Strecken durch den starken Regen zurücklegen zu müssen. So haben sie die Jungen einfach mitgebracht und mussten jeweils nur wenige Meter fliegen, um sie zu versorgen. In diesem Fall sieht man, wie man ihnen mit der Ganzjahresfütterung auch helfen kann. Dass ich sie vorher nicht mit der ganzen Familie gesehen habe und auch heute, wo das Wetter wieder besser ist, noch nicht, zeigt doch, dass sie das Angebot zwar dankbar nützen, wenn sie es brauchen, aber es sonst doch vorziehen, den Jungen das Fressen auf die natürliche Art beizubringen.

Es ist mir dann auch dieses Video gelungen, wo man sieht, wie die Vögel von einem Elternteil gefüttert werden. Die letzten paar Sekunden zeigen noch eine junge Kohlmeise in Großaufnahme, bei der man sieht, wie blass-gelb die Farbe und wie schmal der schwarze Streifen am Bauch ist.

Ansonsten tut sich in der letzten Zeit erstaunlich viel. Nachdem die Stare ja zeitweise schon 2 1000-ml-Energiekuchen pro Woche gefressen und dabei einen mords Saustall veranstaltet haben (musste beim Unkraut jäten erst mal eine ganze Schicht Fettmasse vom Boden kratzen, die teilweise schimmelte), habe ich mich entschlossen, mit dem Fettfutter jetzt erst mal aufzuhören.

Die Stare sind seither viel weniger geworden, manchmal kommt noch einer, um an der Futteräule zu fressen, aber es sind nicht mehr den ganzen Tag Stare da.

Dafür ist plötzlich sonst wieder viel mehr Betrieb! Nachdem eine zeitlang ja nur noch Kohlmeisen, Blaumeisen und Stare da waren, wird die Artenvielfalt jetzt wieder deutlich größer. Vielleicht waren ja viele Arten beim Brüten und haben ihre Jungen mit natürlicher Nahrung ernährt?

Der Buntspecht kommt immer noch mehrmals täglich, ich habe ihn Chuck getauft, weil sein unverkennbarer Ruf eben wie ein lautes “Chuck!” klingt. Er klingt zwar ähnlich wie das Tschilpen der Spatzen, ist aber nicht nur lauter, sondern auch viel markanter. Außerdem tschilpt er nicht herum, sondern ruft immer nur kurz und bündig: “Chuck”. Also quasi: “Hier kommt der Chef!” Man hört ihn echt lange bevor man ihn sieht und weiß sofort, wenn er da ist. Erst beobachtet er den Futterplatz lange vom Baum aus und hüpft darin herum, erst wenn er sich lange genug vergewissert hat, dass kein Feind in der Nähe ist, kommt er an die Futtersäule, frisst dann aber immer sehr lange.

buntspecht

Buntspecht

Für ihn bzw. Vögel seiner Größe sind diese Kombi-Arme für die Futtersäulen wirklich praktisch, weil er auf den kleinen Sitzringen wenig Platz hat. Der Buntspecht kann sich damit zwar relativ gut arrangieren, die Stare z.B. haben mehr Probleme, sich darauf zu halten.

Die Stiglitze waren lange nicht mehr da, und ich dachte schon, das sei es für heuer gewesen, seit einigen Tagen kommen aber mindestens 2 wieder regelmäßig mehrmals täglich.

Was mich am allermeisten gefreut hat, ist, dass ENDLICH auch die Spatzen die Futtersäulen kapiert haben, denn das ist wichtig für den kommenden Winter. Da bei uns im Winter ja meist Schnee liegt, ist eine Bodenfütterung fast nicht möglich – ganz abgesehen von den Katzen. Das hängende Futterbrett haben sie übrigens bisher nicht angenommen. Aber da sie die Säulen endlich kapiert haben und sich damit jetzt auch wohl zu fühlen scheinen, ist der Winter für sie auch gesichert. Spatzen hat man ja auch eine zeitlang kaum noch gesehen, obwohl sie Ende Winter sehr zahlreich und sehr präsent waren. Auch da könnte man denken, dass sie während der Brutzeit verschwunden sind. Ob es vielleicht schon die Jungvögel sind, die die Futtersäulen entdeckt haben und deshalb plötzlich so viel Betrieb ist???

Rar hingegen machen sich derzeit die Blaumeisen, ich habe ewig keine mehr gesehen, in den letzten Tagen ganz selten mal eine einzelne. Genauso ist es immer noch mit den Tannenmeisen. Ob die gerade brüten??? Die Tannemeisen sind ja schon ziemlich lange verschwunden, die Blaumeisen hingegen waren noch lange danach da.

Besonders schön finde ich derzeit auch, dass man nicht nur immer EINEN Vogel an einer Futtersäule sieht, sondern mitunter schon zwei oder drei Stück gleichzeitig, oft sogar von verschiedenen Arten. Gestern kam es mehrmals vor, dass ein Spatz, eine Kohlmeise und ein Stiglitz gleichzeitig an der selben Futtersäule gefressen haben. Es ist auch ein lustiges Bild, wenn der Buntspecht frisst und auf der anderen Seite der Säule ein im Vergleich dazu winziger Stiglitz sitzt.

Dass es eine gute Idee war, die Futtersäulen stehen zu lassen, zeigt mir, wie lange die Spatzen gebraucht haben, um sich daran zu gewöhnen. Jetzt kennen sie das System und den Platz, haben das Misstrauen verloren und werden im Winter von Anfang an dort fressen können.

Momentan stehen die Futtersäulen ja für die Vögel extrem günstig, nämlich nur in geringem Abstand zum hohen Baum (inzwischen vermute ich übrigens, dass es eine Scheinzypresse ist…) und zur Magnolie, allerdings in einem sehr steilen Hang. Bei Schnee kann ich diesen Standort nicht so belassen, da muss mir für den Winter noch was zugänglicheres einfallen, und ich hoffe, dass sich die Vögel dann relativ schnell umgewöhnen lassen.

Übrigens habe ich mich sehr gefreut, dass inzwischen auch einige Kommentare gekommen sind und möchte mich entschuldigen, dass ich aufgrund einer gerade turbulenten Zeit nicht gleich darauf geantwortet habe. Trotzdem haben sie mich deswegen nicht weniger gefreut!!!

Der Buntspecht ist zurück!

•8. Mai 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Den ganzen Winter habe ich vergeblich gewartet, jetzt endlich scheint sich das Warten doch gelohnt zu haben, denn gestern habe ich endlich den Buntspecht wieder gesehen, der plötzlich an einer Futtersäule hing! Ich habe es sogar noch geschafft, ein paar Fotos zu machen. Ist das nicht ein wunderschöner und gleichzeitig imposanter Vogel?

Buntspecht

buntspecht

buntspecht

Ich wollte nach der Mittagspause gerade wieder zur Arbeit gehen, als ich den Buntspecht vom Flur aus an der Erdnusssäule hängen gesehen habe. Die Kamera war bereit auf dem Tisch vor dem Fenster, und ich dachte schon, ich hätte den Moment verpasst, als der Buntspecht aufflog. Aber er ließ sich dann zumindest noch im Baum nieder, was die unscharfen, schnellen Fotos erklärt, als ich auf gut Glück abgedrückt habe, damit ich ihn überhaupt noch erwische. Aber er ging danach doch nochmal an die Futtersäule.

Es hat sich also doch gelohnt, die Fütterung aufrecht zu erhalten, denn sonst hätten weder Stiglitze noch der Buntspecht den Futterplatz kennengelernt. Das lässt für den nächsten Winter auf eine große Artenvielfalt hoffen! Dass auch der Buntspecht das Futter schätzt und gestern nicht nur “zufällig” da war, hat er heute morgen gezeigt, heute war er nämlich schon kurz nach 6 erneut an den Futtersäulen, und zwar wirklich minutenlang! Allerdings war es zum Fotografieren noch zu dunkel. Erst hat er sehr lange an der Erdnuss-Säule mit den ganzen Erdnüssen herumgepickt, daran kann er sich auch besser festhalten. Für große Vögel sind die Futtersysteme von Vivara nämlich wirklich etwas problematisch, weil der Sitzring zu klein ist bzw. ein großer Vogel zu nahe an der Öffnung der Futtersäule sitzt. Auch die Stare haben damit Probleme.  Danach hat er sich auf die Stange der Kombi-Arme gesetzt, so konnte er sich bequemer an der Säule mit den geschroteten Erdnüssen bedienen. Auch das scheint ihm geschmeckt zu haben. Gestern war er an der neuen Säule mit geschroteten Sonnenblumenkernen.

Ja, ich habe es schon wieder getan… Da mir die Stare derzeit buchstäblich die Haare vom Kopf fressen und nach einer kurzen Pause, in der etwas weniger gefressen wurde, für einen 1000-ml-Energiekuchen weniger als eine Woche gebraucht haben, stand ich vor der Überlegung, ob ich noch weiter Fettfutter füttern soll oder mich auf Körner beschränken. Aber da alle Vögel so begeistert vom Fettfutter sind und die Stare mit diesem System noch am besten umgehen können, konnte ich nicht anders und hab wieder Energiekuchen bestellt. Und weil ich schon dabei war, damit sich die Bestellung auch lohnt, dazu noch ein hängendes Futterbrett, außerdem zum Ausprobieren als Abwechslung mal geschrotete Sonnenblumenkerne und eine neue Futtersäule dazu. Jetzt bin ich aber wirklich ausgerüstet! Hatte ich das nicht schon nach der letzten Bestellung gesagt???

Das hängende Futterbrett ist ein Versuch für die Spatzen, um auch ihnen eine katzensichere Möglichkeit zur Fütterung zu geben. Denn bis heute gehen sie nicht an die Futtersysteme, sondern man sieht höchstens mal einen vereinzelten Spatz an den Resten der noch im Baum hängenden Meisenknödel. Wenn ich ihnen Streufutter unter ihren Jasminstrauch auf den Boden streue, sind ganze Scharen dort, aber dort sind sie auch leichte Beute für die Katzen, die sich – aufgrund des abschüssigen Geländes – noch dazu mit guter Deckung anschleichen können. Glücklicherweise hat es aber bisher immer noch keine weiteren Vogelmorde gegeben, und auch Spatzen wurden keine erwischt. Trotzdem wäre mir wohler, wenn sie das hängende Futterbrett nützen würden. Notfalls muss ich es wohl umstellen und näher zum Jasminstrauch stellen, der ihnen offensichtlich die beste Deckung gibt. Ich habe die Futtersysteme jedoch bewusst relativ nah beim Haus – nicht nur wegen der Entfernung zum Fotografieren, sondern damit es auch im Winter keine großen Umstellungen vom Platz her gibt – da brauche ich ja bei Schnee relativ gut zugängliche Stellen, damit ich nicht nur nachfüllen, sondern auch die zugeschneiten Futteröffnungen immer wieder vom Schnee befreien kann, der oft 10 cm hoch auf den Sitzringen liegt.

Man kann also deutlich sehen, dass sich immer noch was tut, aber sich gewisse Vogelarten auch ganz von selber zurückziehen und wohl natürlichere Nahrung bevorzugen. In den letzten Wochen waren es nur Stare, Blau-, Kohl- und Tannenmeisen, die immer noch regelmäßig gekommen sind, wobei sogar die Tannemeisen mal kurz komplett verschwunden waren und sich auch momentan eher selten zeigen. Dafür kommen die Kohlmeisen regelmäßiger und mehrmals täglich und die Stiglitze haben sich ja auch dazugesellt.

Neuer Besucher

•24. April 2009 • 1 Kommentar

Eigentlich habe ich ja gedacht, jetzt im Frühjahr gibt’s bis zum Herbst nichts neues mehr. Die meisten Vogelarten hatten sich wieder verabschiedet und haben sich mit den wärmeren Temperaturen wohl lieber wieder ihr eigenes Futter gesucht. Das zeigt doch deutlich, dass sie selber wissen, welches Futter gut für sie ist und was sie bevorzugen. Das bestätigt die Aussagen im Buch “Vögeln füttern – aber richtig”, wo widerlegt wird, dass die Vögel “verwöhnt”, faul und träge werden und sich ihr Futter nicht mehr selber suchen. Geblieben sind lediglich die Stare und die Meisen, zwischendurch sieht man auch mal einen Spatz an einem Meisenknödel. Ein, zwei Mal habe ich sogar einen einzelnen Spatz an einer Futtersäule gesehen, war aber immer zu langsam, um ihn zu fotografieren.

Und dann, vor 2 Tagen, sehe ich zufällig einen Stieglitz (Distelfink), auf den ich so lange gewartet hatte, weil ich gar nicht wusste, ob es den bei uns gibt. Ich habe in meinem Leben jedenfalls noch keinen gesehen. Da die anderen Finkenarten aber alle nicht mehr kamen, hatte ich die Hoffnung endgültig aufgegeben. Er scheint sich aber wohlzufühlen und kam seither sogar mehrmals, üblicherweise in den Abendstunden, außerdem blieb er immer sehr lange an der Futtersäule und hat sich wohl wirklich sattgefressen. Hier ein paar Fotos:

stieglitz

stieglitz

stieglitz

Ich hoffe doch, der Stieglitz sagt es weiter und ich sehe nächstes Jahr vielleicht noch mehr davon. Überhaupt merke ich, dass es gut war, die Säulen noch stehen zu lassen, damit sich die Vögel dran gewöhnen und das System kapieren können, damit sie im nächsten Winter nicht nur den Futterplatz kennen, sondern auch damit umgehen können.  Dass nach so vielen Wochen doch noch ein Spatz dran war, hat mich darin bestätigt. Auch die Stare scheinen langsam das System zu kapieren, obwohl der Ring der Futtersäule wohl eher für kleinere Vögel gedacht ist und sie sich nicht so gut halten können. Aber man sieht doch hin und wieder mal einen an der Futtersäule. Hier sogar den seltenen Fall von 2 gleichzeitig:

stare

Auch an die Halterung vom Energiekuchen scheinen sie sich endlich gewöhnt zu haben – sie waren ja sehr lange misstrauisch. Aber jetzt sind sie auch dort verfressen wie eh und je.

stare

Aber auch an dieser Halterung scheinen sie sich mit ihrer Größe gar nicht gut festhalten zu können, auch nicht am Ring ringsherum, da sieht man sie dann immer mit den Flügeln schlagen, um die Balance zu halten. Sie stehen eigentlich am liebsten obenauf, und wenn der Energiekuchen dann langsam kleiner wird, machen sie fast Kopfstände, um noch ranzukommen. Auch scheint deshalb kaum mehr als ein Star gleichzeitig fressen zu können. Wenn ein zweiter angeflogen kommt, gibt es meistens erst Streit, beide fliegen dann laut schimpfend Bauch an Bauch senkrecht in die Höhe, und einer zieht sich dann zurück.

Sehr erfreulich ist übrigens auch, dass meine Katzen seither keinen weiteren Vogelmord mehr zu verantworten haben – ich hatte schon befürchtet, nach 2 Vögeln an einem einzigen Wochenende gehe es in dem Tempo weiter und bin sehr froh, dass dem nicht so ist.

Trauer

•4. April 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Was zwar unvermeidlich war und mit dem ich auch schon lange gerechnet habe, ist leider eingetreten. Gestern, als ich nachmittags nachhause kam, fand  ich die Überreste des ersten Vogels im Bad, den die Katzen gefangen und gefressen hatten. Die Art war nicht mehr zu erkennen, der leuchtend orange, schmale Streifen in den Flugfedern kam mir jedoch überhaupt nicht bekannt vor. Ich hoffe, es war nicht ein Bergfink. Eine Meise war es jedenfalls nicht.

Als ob das nicht ausreichen würde, kam heute noch mein Kater Whisky mit einem Vogel im Maul herein und verschwand im Bad. Leider war es ein Zeisig (vermute ich zumindest, denn er war nicht so gelb wie angenommen), der zwar noch lebte und den ich vor dem Kater retten und für einen Flugversuch in den Garten bringen konnte, aber er konnte nicht mehr fliegen und war zu schwer verletzt, sodass ich ihn nur noch erlösen konnte.  Das hat mich sehr schwer getroffen. Der Vogel gestern war nicht mehr zu erkennen, hatte bildlich gesprochen “kein Gesicht mehr”. Trotzdem war die Trauer groß. Aber das heute war “mein” Zeisig. Ausgerechnet mein Lieblingsvogel, auf den ich so lange gewartet habe, dass er sich wieder zeigt, und dann muss ich ihn auch noch selber von seinem Leiden erlösen. In solchen Momenten kommt man schon ins Zweifeln.

Komischerweise waren beides Vögel, die KEINE Stammgäste am Futterplatz waren. Auch ist in den letzten Tagen, wo es fast 20 Grad hatte und auch teilweise das Gras schon zum Vorschein kommt, sehr wenig los an der Futterstelle. Es zeigen sich fast nur noch Meisen oder mal ein einzelner Star. Andere Vögel habe ich wohl schon seit über einer Woche nicht mehr an den Futtersäulen oder in der Magnolie gesehen.  Im heutigen Blog-Beitrag wollte ich eigentlich die Frage stellen, ob die Vögel jetzt automatisch auf Insektenjagd gehen und der Betrieb an der Futterstelle deshalb zurückgeht. Gestern war den ganzen Nachmittag so gut wie gar kein Vogel da. Auch die Katzen liegen nicht mehr die ganze Zeit auf der Terrasse auf der Lauer, wenn sie draußen sind. Aber ausgerechnet jetzt, wo weniger los ist als in den ganzen letzten Wochen, erwischen die Katzen plötzlich Vögel. Aber wo lauern sie ihnen auf? Ich habe in den letzten Tagen allerdings auch öfter Stare mit größerem Material im Maul gesehen, sodass ich vermute, dass sie mit dem Nestbau begonnen haben. Vielleicht halten sich deshalb jetzt mehr Vögel am Boden auf?

Es ist ja nicht so, dass die Katzen noch nie Vögel gebracht hätten (im letzten Jahr z.B. 9 Stück bei 2 Katzen) – das gehört (leider) dazu, wenn man Freigängerkatzen hält, weil es nun mal die Natur der Katze ist – ein Urinstinkt, den sie nicht abstellen kann. Damit muss man umgehen lernen, sonst darf man sich keine Freigängerkatzen halten. Aber ich gebe zu, dass es mich jetzt härter trifft, weil ich mich dafür mit verantwortlich fühle.

Gestern wollte ich beim Einkauf Meisenknödel nachkaufen – es gab keine mehr. Das soll wohl ein Zeichen sein. Die letzten Reste der Meisenknödel im Baum lasse ich noch hängen, bis sie aufgebraucht sind, aber dann lasse ich nur noch die Futtersäulen stehen.

Apropos Futter: Es ist jetzt tatsächlich so weit gekommen, wie befürchtet – meine selbstgemachte Futtermischung in der Kokosnusshälfte schmilzt bei den Temperaturen und das Fett scheint leicht abzutropfen. Noch hält es in der Kokosnuss, aber am unteren Rand hat sich bereits eine Wulst Kokosfett gesammelt. Die Vögel scheinen jetzt aber lieber ranzugehen, vermutlich, weil es weicher ist.

Das einzig Positive war heute, dass ich heute früh einen wunderschönen Vogel habe vorbeifliegen und im Baum auf dem Nachbargrundstück landen sehen, den ich absolut nicht zuordnen kann. Die Flügel waren u.a. leuchtend weiß und orange – es hätte ein Bergfink sein können, wenn er nicht mindestens doppelt so groß gewesen wäre. Er war sehr viel größer als ein Star, ich würde sagen, er hatte fast die Größe einer Elster! Ich habe meine beiden Bücher durchgeschaut – da ist einfach kein Vogel, bei dem Farben und Größe passen würden. Von den Farben her ist der Kernbeißer der einzige Vogel der dem nahe kommt, aber auch der kommt mit der Größe bei weitem nicht hin. Allerdings sind die Vögel üblicherweise auch nicht im Flug von unten zu sehen – da sehen sie ja oft völlig anders aus. Ich werde es wohl nie herausfinden.

Unflexible Stare

•1. April 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Es sieht so aus, als wären Stare auf den Baum fixiert. Ich habe ja schon seit 5 Tagen einen großen Energiekuchen in der Halterung etwa einen guten halben Meter neben der Magnolie aufgestellt. Von den Meisen wurde er auch sofort angenommen, aber nicht von den Staren. Die haben sich weiter um den letzten Energieblock im Baum gestritten. Der ist heute aber endgültig zu Ende gegangen. Um den Staren die Umgewöhnung zum Energiekuchen zu erleichtern, habe ich gestern den Pfahl etwas näher zum Baum gestellt, wollte ihn aber wiederum nicht so stellen, dass er mitten im Geäst ist, sondern näher beim Fenster und besser zu fotografieren. Jetzt steht er sehr nahe an einem Ast.

Heute sah ich dann tatsächlich ein Starenweibchen dran picken – allerdings ist sie wirklich auf den äußersten, sehr dünnen, wackligen Ast geklettert und hat von dort ziemlich mühsam am Energiekuchen gepickt. Es scheint so, als hätte sie auf dem wackligen Baum ein besseres Gefühl als auf dem unbekannten neuen Objekt – dabei habe ich diese Halterung doch extra wegen der Stare angeschafft – sie hat nämlich einen Ring ringsherum, und die Vögel können auch direkt oben auf dem Energiekuchen sitzen. Außerdem ist das Ganze dann nicht so wacklig wie an den hängenden Energieblöcken im Baum. Also sollte es gerade für größere Vögel angenehmer sein. Immerhin ist mir aber heute dieses Foto gelungen:

Star und Tannenmeise am Energiekuchen

Star und Tannenmeise am Energiekuchen

Die Stare scheinen aber sehr misstrauisch und sehr unflexibel gegenüber allem neuen zu sein. Einen zweiten Star sah ich heute immerhin doch noch oben auf dem Energieblock sitzen, aber die Scharen, die sonst im Baum saßen, habe ich noch nicht gesehen. Aber gegen Abend ist ja immer weniger los. Mittags sind meist die Katzen draußen, morgens auch oft, und seit der Umstellung auf Sommerzeit wird es morgens erst später hell. Ich muss wohl wieder auf’s Wochenende warten, um zu sehen, wie sich die Vögel entwickeln.

Die Meisen scheinen den neuen Energiekuchen wiederum zu lieben:

tannenmeise

Sogar eine Sumpfmeise habe ich heute dran gesehen – und sie war gegenüber der Tannenmeise sogar ziemlich dominant und hat den Energiekuchen mit Einsatz verteidigt.

sumpfmeise

Die Sumpfmeise war ziemlich lange da. Auf diesem Foto sieht man, wieso ich sie für eine Sumpf- und nicht für eine Weidenmeise halte, denn der schwarze Fleck am Kinn ist klar abgegrenzt und relativ klein:

sumpfmeise

Hier ist mir mal wieder ein sehr abstraktes “Künstlerfoto” geglückt. Naja, “passiert” wäre wohl der bessere Ausdruck als geglückt – sowas schafft man ganz sicher nicht, wenn man es will…

sumpfmeise

Sonst hat sich in den letzten Tagen nicht viel getan – zumindest hab ich nicht allzuviel mitgekriegt. Es ist jetzt aber deutlich wärmer geworden, seit heute auch sonnig, und scheint endlich Frühling zu werden. Es liegt zwar noch fast überall noch eine dicke Schneedecke, aber vielleicht finden die Vögel ja doch schon auch andere Nahrung. Insekten sieht man jedenfalls an warmen Tagen schon fliegen. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, welche Arten der Futterstelle treu bleiben, auch wenn der Schnee verschwunden ist, und welche sich gar nicht mehr blicken lassen.

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Ich kann mit Stolz verkünden, dass die Firma Vivara auf ihrer Deutschland-Homepage (meine Links hier führen sonst immer zur österreichischen Seite) diesen Blog verlinkt hat. Das hat mich wirklich sehr gefreut! Immerhin war es ja diese Firma, die mich durch ihre Produktvielfalt und andersartigen (katzensicheren!) Futtersysteme überhaupt erst für die Vogelfütterung begeistert hat. Vielleicht kriege ich ja dann doch mal den einen oder anderen Kommentar hier.  (Übrigens, nein, ich kriege nichts von denen bezahlt, aber wenn ich von einer Sache begeistet bin und auch mit gutem Gewissen dahinter stehen kann, empfehle ich es gerne aus eigenem Antrieb weiter!)

Tannenmeisen als Pioniere

•29. März 2009 • 1 Kommentar

Nachdem es in der letzten Woche relativ ruhig war (keine neuen Arten und nicht so viel Betrieb) ist gestern meine Bestellung von Vivara eingetroffen – jetzt bin ich aber wirklich ausgerüstet! Allerdings musste dafür einiges umgebaut werden, und ich hatte schon Angst, dass die Vögel erst mal wegbleiben oder es lange dauern könnte, bis sie wieder an die gewohnten Futtersäulen gehen.

Jetzt habe ich auf einem Stab die “Kombi-Arme” befestigt, sodass ich 3 Säulen gleichzeitig auf einem Stab befestigen kann, ohne dass sie hängen, also alles etwas stabiler ist. Zu den beiden bisherigen Säulen kam noch eine Erdnuss-Säule mit ganzen Erdnüssen, die nicht nur Öffnungen hat, sondern bei der die Erdnüsse auf der ganzen Säulenfläche hinter einem Gitter sind, an dem sich die Vögel festkrallen und überall picken können, ohne dass sie ganze Erdnüsse herausholen und daran ersticken könnten.

Auf einen anderen Stab kam eine Halterung für große Energiekuchen – Zweck war, dass auch die Stare besseren Zugang haben (Sitzring) und ich auch diese Futterstelle etwas näher zum Fenster platzieren kann. An den 3. Stab, an die Stelle, wo vorher die Säule mit den gehackten Erdnüssen hing, kam eine hängende Wasserschale.

Schon während ich alles umgebaut habe, war immer wieder eine Tannenmeise in der Magnolie beim Fressen, die sich nicht hat stören lassen. Selbst als ich einmal nur einen Meter an ihr vorbei ging und zur Warnung auch noch mit ihr redete, blieb sie sitzen. Die Tannenmeisen sind wirklich extrem gelassen.

Als ich dann die neue Konstruktion aufgebaut hatte und mich nur mal kurz umdrehte, um auf der Terrasse den Energiekuchen in die Halterung zu geben, war schon die erste Tannenmeise an der nagelneuen Erdnuss-Säule. Ich hatte ja noch einen dünnen Stab als Sitzstange reingesteckt, damit die Vögel, die nicht gleich merken, dass sie sich überall festkrallen können, auch eine Sitzmöglichkeit zum Inspizieren haben. Das wäre bei den Meisen wirklich nicht nötig gewesen, die kletterten sofort daran herum und nahmen die Säule wirklich von der ersten Minute an voll und ganz an.

tannenmeise

tannenmeise

Die Tannenmeisen sind wirklich Pioniere – nicht nur, dass sie sofort erkennen, was es neues gibt, sondern sie haben auch keine Scheu, alles sofort auszuprobieren. Die anderen Meisenarten folgen dann meist auch bald, aber die Tannenmeisen sind da schon die Klügsten und auch die Unerschrockensten. Was sie mit mangelnden Farben und etwas unscheinbarem Aussehen an Attraktivität einbüßen, machen sie mit ihrer quirligen Art und ihrem Pioniergeist wieder wett, sodass man sie trotzdem sehr gerne beobachtet.

Auch Blaumeisen und Kohlmeisen folgten dann relativ schnell, die Kohlmeisten hingen in den akrobatischsten Stellungen an der Erdnuss-Säule – leider habe ich sie nie mit der Kamera erwischt. Hier noch ein paar Blaumeisen-Bilder:

blaumeise

blaumeise

blaumeise

Auch den neuen, großen Energiekuchen haben die Tannenmeisen als erste entdeckt und sind bis auf einzelne Blaumeisen noch die Alleinherrscher dort.

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Die Stare scheinen nämlich nicht so flexibel zu sein. Die streiten sich immer noch teilweise zu fünft oder sechst um den letzten Energieblock im Baum, während eine einzelne Tannenmeise in aller Ruhe genüsslich am Energiekuchen knabbert. Dies aber oft direkt vor der Nase der Stare – trotzdem habe ich noch keinen einzigen Star weder am Energiekuchen noch an der neuen Säulenkonstruktion gesehen – auch nicht den einen, der in den letzten Tagen die Futtersäule mit den Erdnussstücken kapiert und öfter dort gefressen hat, sodass der Füllstand ein ganzes Stück nach unten gesackt ist. Ich bin ja gespannt, wie lange es dauert, bis die Stare merken, dass es einen wunderbar zugänglichen riesigen Fett-Kuchen gibt. Die Meisen hingegen haben die Futtersäulen wieder angenommen, als wäre nie was gewesen:

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Außerdem habe ich kürzlich eine ganze Kokosnuss erstanden und sie gestern aufgemacht. Eine Hälfte kam mit einem Ast als Halterung an die neue Futtersäulenkonstruktion, 2 herausgebrochene Stücke mit einer Schnur in die Magnolie und 2 kleine Stücke in die Futterschale unter der Futtersäule. Ich bin extrem überrascht, dass da absolut kein Vogel rangeht, ich dachte, die würden Kokosnüsse sehr lieben. Ich kann mich erinnern, dass wir vor vielen Jahren mal eine Kokosnuss in einen Baum gehängt hatten, die die Vögel dann komplett auspickten. Mal sehen, ob sich das noch ändert.

Ebenfalls noch nicht angenommen wurde die Wasserschale, weder zum Trinken, noch als Vogelbad, wie ich gehofft hatte. Allerdings ist das wohl auch nicht wirklich nötig, wenn es fast jeden Tag regnet oder schneit. Das wird sich mit wärmeren Temperaturen sicher auch noch ändern.

Also wenn ich etwas über bevorzugte Futtermittel sagen kann, dann sind es ganz sicher Erdnüsse in jeder Form, egal ob gehackt, in Form von Fettfutterblöcken oder Energiekuchen, die ja auch aus Erdnussmehl bestehen, oder eben ganzen Erdnüssen.

Dass die Vögel so begeistert vom Erdnuss-Säckchen mit den ganzen Erdnüssen waren, und selbst diejenigen, die auch gehackte Stückchen aus der Futtersäule geholt haben, gerne und lange daran herumgepickt haben, war für mich überhaupt die Motivation für die neue Erdnuss-Säule. Und tatsächlich scheint die der Renner zu sein. Die kann ich also auch zum Anfangen absolut weiterempfehlen, vielleicht auch deshalb, weil das Futter auf der ganzen Oberfläche zugänglich ist.

Interessant finde ich allerdings, dass man nie 2 Vögel gleichzeitig am selben Platz fressen sieht – die streitenden Stare mal ausgenommen. Obwohl man auf den Fotos der Anbieter von solchen Säulen oft an jeder Öffnung gleichzeitig einen Vogel sitzen sieht, ist das bei mir nie der Fall. Wenn einer angeflogen kommt, fliegt meist der, der am Fressen war, wieder weg. Selbst an der Erdnuss-Säule oder am neuen, großen Energiekuchen, wo nun wirklich viele Vögel gleichzeitig Platz hätten, spielt sich das immer so ab – selbst wenn sie als Paar kommen. Im Moment bin ich fast froh, dass ich für den Anfang erst mal kleine Säulen gekauft habe. Was nützt eine Futtersäule mit 6 oder 8 Öffnungen, wenn immer nur ein Vogel rangeht?

Sonst war es wie gesagt in der letzten Woche eher ruhig, es gab nicht viel neues oder auch nichts besonderes zu fotografieren. Abends nach der Arbeit war es oft fast wie ausgestorben – offensichtlich haben sich die Vögel untertags sattgefressen. Ein einziges Mal habe ich noch einen Grünfinken gesehen, allerdings nur wenige Sekunden lang. Bevor ich die Kamera eingeschaltet hatte, war er wieder weg. Wieso kommen die nicht zurück? Die anderen Finken scheinen sich doch auch wohlzufühlen! Oder ist mein Garten als Buchfinkenrevier deklariert? Tolerieren sich Finkenarten nicht untereinander? Ich kann’s mir einfach nicht erklären. Auch die Zeisige habe ich in der letzten Woche nicht gesehen.

Dafür kam der Bergfink immer mal wieder für Sekunden zurück, aber niemals hab ich es geschafft, ihn auch zu fotografieren. Er war ein regelrechtes Phantom, dem ich hinterher gejagt bin, sodass ich mich schon gefragt habe ob ich ihn mir nicht einbilde und immer einen Buchfinken sehe. Heute habe ich es ENDLICH geschafft, und hier ist der Beweis, dass es sich tatsächlich um einen Bergfinken handelt:

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bergfink

Auch die Sumpfmeise ist nach langer Abstinenz gestern wieder zurückgekommen – mit Partner! Seit gestern kommen sie auch immer mal wieder. Eigentlich bin ich ja nicht sicher, ob es eine Sumpfmeise oder eine Weidenmeise ist, da sie laut Buch fast völlig gleich aussehen sollen. Aber bei der Sumpfmeise soll der schwarze Kinnlatz kleiner und scharf abgegrenzt sein, und das war gestern gut zu sehen, auch wenn ich es nicht mit der Kamera einfangen konnte, daher halte ich es für ziemlich wahrscheinlich, dass es eine Sumpf- und keine Weisenmeise ist.

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Das Gimpel-Paar war heute auch wieder mal da, aber natürlich wie immer mit einem Baum und einem Forsythienstrauch zwischen sich und der Kamera. Den Mann habe ich danach noch im Holunderbaum erwischt:

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Schon lange nicht mehr gesehen habe ich die Amseln, obwohl ich ihnen Apfelstückchen auf den Boden gelegt hätte. Aber vielleicht finden sie ja teilweise schon etwas in schneefreien, aufgetauten Stücken Boden besseres Futter. Auch die Rotkehlchen waren gestern plötzlich verschollen. Ich war sehr erleichtert, dass ich heute schon mehrmals eines gesehen habe.

Gestern habe ich im dichten Geäst des hohen Baumes (von dem ich immer noch nicht weiß, wie er heißt) einen relativ großen, neuen Vogel gesehen, der dem Bauch nach eine Drossel hätte sein können, aber ich konnte ihn nie genau sehen.

Außerdem habe ich im Internet einen Link gefunden zur Rückkehr der Zugvögel. Ganz besonders gefreut hat mich, dass der Stiglitz/Distelfink anscheinend erst Ende März zurückkehrt – ich hatte schon gedacht, dss es sie vielleicht bei uns gar nicht gibt. Also kann ich mir die Hoffnung noch bewahren, doch noch mal einen Stieglitz zu Gesicht zu bekommen. Vielleicht will ja der dann meine bisher ignorierte Kolbenhirse. Auch Haus- und Gartenrotschwänzchen kehren erst später zurück, von denen weiß ich zumindest, dass sie hier auch heimisch sind. Es besteht also immer noch Hoffnung auf neue Arten. Girlitz oder Zilpzalp als farbenfrohe Vögel habe ich zwar noch nie “in echt” gesehen, aber auch diese kommen wohl später zurück, und vielleicht sehe ich sie doch mal.

Gerade jetzt im Augenblick ist sehr viel Betrieb im Baum und auch auf dem Boden, hauptsächlich Stare (allein davon 10 Stück gleichzeitig!), Spatzen und Buchfinken. Es ist doch herrlich, wenn man fast 20 Vögel gleichzeitig nur wenige Meter entfernt herumhüpfen sieht, die sich offensichtlich wohl fühlen.

Lernfähige Vögel

•25. März 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Der neuerliche Schnee scheint doch was Gutes zu haben – nicht nur, dass sehr viel Betrieb im Garten ist, die Vögel werden auch erfinderischer. Heute habe ich meinen Augen nicht getraut, als ich ein Rotkehlchen (einen Bodenfresser!!!) an der hängenden Futtersäule sah! Das hat mich wirklich sehr gefreut, denn natürlich möchte ich den Schwerpunkt zukünftig – und v.a. im nächsten Winter – auf dieses saubere, hygienische und praktische System legen. Ich bin wirklich froh, dass ich doch dieses Jahr noch damit angefangen habe und sich die Vögel dran gewöhnen können. Wie sich gezeigt hat, dauert es doch eine ganze Weile, bis sowas angenommen wird und die Vögel auch lernen, wie welches System funktioniert.

Auch eine Kohlmeise, die ich vorher noch nie an den Futtersäulen gesehen habe, war heute sehr lange an der hängenden Futtersäule. Hingegen habe ich ebenfalls nicht schlecht gestaunt, als ich kurz mal eine Amsel (ebenfalls ein Bodenfresser) am Energieblock picken sah.

Nur die Buchfinken hüpfen noch etwas hilflos am Boden herum – schließlich hat es alle hinuntergefallenen Futterbrösel wieder zugeschneit.  Ich bin mir aber sicher, dass die Stare mit ihren nicht vorhandenen Manieren bald wieder für Nachschub sorgen… 

Die Tannenmeisen gehen jetzt auch immer öfter an die hängende Futtersäule mit den geschroteten Erdnüssen, vorher gingen sie ja nur an die Säule direkt bei der Magnolie. Und ich sehe immer wieder eine Tannenmeise am Energieblock im kleinen Häuschen picken.

Außerdem hatte ich heute zum ersten Mal das Gefühl, dass die Vögel voneinander durch Beobachtung lernen. Immer, wenn die Kohlmeise an der Futtersäule war, wurde scheinbar ein Star neugierig und hat den Anflug probiert, hatte aber mit seiner Größe Schwierigkeiten, auf dem kleinen Sitzring zu landen. Nach mehreren Versuchen gelang es ihm dann tatsächlich einmal (zwischendurch immer mal wieder mit den Flügeln ausbalancierend), auch aus der Säule zu fressen.  Auch an das Erdnuss-Säckchen gehen jetzt immer wieder Stare. Ich habe mir schon überlegt, die bestellte Erdnuss-Säule, die ja mit gar keinen Sitzstangen oder -ringen ausgestattet sind, weil sich die Vögel am Gitter festkrallen können, vor dem Befüllen mit Erdnüssen noch mit ein oder zwei dünnen Ästen auszustatten, die ich durch das Gitter stecke, damit weniger flexible Vögel auch eine Sitzmöglichkeit haben.

 
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