Rotkehlchenflirt…

Jeden Tag hat mir das einsame Rotkehlchen irgendwie leid getan, weil es so alleine war. Natürlich habe ich gelesen, dass Rotkehlchen Einzelgänger sind und nicht in Gruppen zusammenleben oder auf Futtersuche gehen. Aber vermehren tun sie sich ja schließlich auch nicht alleine.  Seit heute ist das einsame Rotkehlchen jedenfalls nicht mehr einsam, es scheint umworben zu werden. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich heute plötzlich 2 Rotkehlchen gleichzeitig gesehen habe. Eines war im hohen Baum, das war schüchterner, ist dann aber immer mal auf den Boden gekommen, um dem anderen, das in der Magnolie saß, ein Ständchen zu bringen.

Rotkehlchen-Mann (???) hat die Angebetete im Blick...

Rotkehlchen-Mann (???) hat die Angebetete im Blick…

... und bringt ihr ein Ständchen

… und bringt ihr ein Ständchen

Heißt das jetzt, dass das „neue“ Rotkehlchen ein Männchen und mein Stammgast ein Weibchen ist? Hier ein Beweisfoto, dass es wirklich 2 sind:

Rotkehlchen-Paar bei der Brautschau?

Rotkehlchen-Paar bei der Brautschau?

Hatte ich in den letzten Tagen mal geschrieben, dass Buchfinken spüren müssen, wenn eine Kamera auf sie gerichtet ist??? Das ist noch GAR NICHTS gegen den Bergfink! Der spürt, wenn nur ein BLICK auf ihn gerichtet ist und ist in der selben Sekunde weg! Heute habe ich zufällig aus dem Fenster gesehen, als ich den Bergfink zum ersten Mal in der Magnolie sitzen sah – schön direkt vor mir in einer wunderbaren Fotoposition. Ohne den Blick von ihm zu wenden, wollte ich nach der Kamera greifen, aber der Blick hat schon gereicht – weg war er, noch bevor ich die Hand überhaupt ausgestreckt hatte. 

Das Wetter war heute nicht so besonders, also habe ich auf keine besonderen Fotos gehofft und mehr aus Spaß mal mit der Videokamera herumprobiert. Und ausgerechnet in diesem Moment kam die Haubenmeise endlich mal wieder! Sie hat auch eine ganze Weile am Erdnuss-Säckchen herumgeknabbert, sodass ich sogar ein nettes Filmchen drehen konnte. Lustig ist v.a., wie sich die Punk-Frisur mit den Kopfbewegungen verändert. Wenn die Meise aufrecht steht, zeigt die Frisur senkrecht nach oben, wenn sie den Hals streckt, um zu fressen, liegt die Frisur fast an…  Aber seht es euch selber an. Bitte nicht erschrecken wegen des zittrigen Bildes, ich leide weder an Parkinson noch an Alkoholentzug, aber die Vögel sind klein und ein ganzes Stück weit weg, deshalb muss ich mit dem größten Zoom filmen. Das wiederum macht auch jedes winzige Zittern 10-fach größer, da mein Disconter-Camcorder keinen eingebauten Bildstabilisator hat. 

Und weil ich grad so schön beim Filmen war, habe ich auch das Rotkehlchen (zu dem Zeitpunkt am Morgen noch einsam) mal erwischt:

Und hier noch die verfressenen Stare. Auf dem Video sieht man 2x, wie der Star am Fettfutter-Energieblock den fettigen Schnabel abwischt. Das ist mir gestern überhaupt zum ersten Mal aufgefallen, umso mehr hat es mich gefreut, dass ich es gleich mit der Kamera einfangen konnte.

Langsam kommt mir der Verdacht, dass ich hier nicht nur 6 Stammfresser habe, die den Anschein geben, quasi ständig am Fressen zu sein – ich glaube, es sind eigentlich viel mehr, die sich in Gruppen abwechseln. Heute hatte ich mal kurz 10 Stare gleichzeitig im Baum. Kein Wunder, dass sie mir quasi die Haare vom Kopf fressen. Heute habe ich übrigens keinen Star am selbstgemachten Futter gesehen.

Apropos Vogelinvasion – die Buchfinken sind auch extrem zahlreich. Heute nachmittag haben sie sich mal im hohen Baum getroffen und sind dann der Reihe nach zu Boden gesegelt, um dort nach Körnern zu suchen. Einmal habe ich 13 Stück gleichzeitig am Boden gezählt, 2 – 3 dürften aber sicher noch im Baum gewesen sein. Einen Buchfink habe ich heute auch mal gefilmt, aber die führen ja echt ein Schattendasein. Wenn sie sich nicht in dichten Ästen verstecken, schleichen sie am Boden herum, und da auch immer im Schatten und zwischen irgendwelchem Geäst. Ich warte also noch mit Hochladen des Videos, vielleicht schaffe ich ja irgendwann mal ein besseres. Gestern ist mir aber noch ein halbwegs gelungenes Buchfinkenfoto geglückt:

Buchfink

Und kurz vor Sonnenuntergang habe ich noch ein paar farbenfrohe Blaumeisen-Fotos geschafft:

Blaumeise

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~ von Fips am 22. März 2009.

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