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Eigentlich habe ich ja gedacht, jetzt im Frühjahr gibt’s bis zum Herbst nichts neues mehr. Die meisten Vogelarten hatten sich wieder verabschiedet und haben sich mit den wärmeren Temperaturen wohl lieber wieder ihr eigenes Futter gesucht. Das zeigt doch deutlich, dass sie selber wissen, welches Futter gut für sie ist und was sie bevorzugen. Das bestätigt die Aussagen im Buch „Vögeln füttern – aber richtig“, wo widerlegt wird, dass die Vögel „verwöhnt“, faul und träge werden und sich ihr Futter nicht mehr selber suchen. Geblieben sind lediglich die Stare und die Meisen, zwischendurch sieht man auch mal einen Spatz an einem Meisenknödel. Ein, zwei Mal habe ich sogar einen einzelnen Spatz an einer Futtersäule gesehen, war aber immer zu langsam, um ihn zu fotografieren.
Und dann, vor 2 Tagen, sehe ich zufällig einen Stieglitz (Distelfink), auf den ich so lange gewartet hatte, weil ich gar nicht wusste, ob es den bei uns gibt. Ich habe in meinem Leben jedenfalls noch keinen gesehen. Da die anderen Finkenarten aber alle nicht mehr kamen, hatte ich die Hoffnung endgültig aufgegeben. Er scheint sich aber wohlzufühlen und kam seither sogar mehrmals, üblicherweise in den Abendstunden, außerdem blieb er immer sehr lange an der Futtersäule und hat sich wohl wirklich sattgefressen. Hier ein paar Fotos:



Ich hoffe doch, der Stieglitz sagt es weiter und ich sehe nächstes Jahr vielleicht noch mehr davon. Überhaupt merke ich, dass es gut war, die Säulen noch stehen zu lassen, damit sich die Vögel dran gewöhnen und das System kapieren können, damit sie im nächsten Winter nicht nur den Futterplatz kennen, sondern auch damit umgehen können. Dass nach so vielen Wochen doch noch ein Spatz dran war, hat mich darin bestätigt. Auch die Stare scheinen langsam das System zu kapieren, obwohl der Ring der Futtersäule wohl eher für kleinere Vögel gedacht ist und sie sich nicht so gut halten können. Aber man sieht doch hin und wieder mal einen an der Futtersäule. Hier sogar den seltenen Fall von 2 gleichzeitig:

Auch an die Halterung vom Energiekuchen scheinen sie sich endlich gewöhnt zu haben – sie waren ja sehr lange misstrauisch. Aber jetzt sind sie auch dort verfressen wie eh und je.

Aber auch an dieser Halterung scheinen sie sich mit ihrer Größe gar nicht gut festhalten zu können, auch nicht am Ring ringsherum, da sieht man sie dann immer mit den Flügeln schlagen, um die Balance zu halten. Sie stehen eigentlich am liebsten obenauf, und wenn der Energiekuchen dann langsam kleiner wird, machen sie fast Kopfstände, um noch ranzukommen. Auch scheint deshalb kaum mehr als ein Star gleichzeitig fressen zu können. Wenn ein zweiter angeflogen kommt, gibt es meistens erst Streit, beide fliegen dann laut schimpfend Bauch an Bauch senkrecht in die Höhe, und einer zieht sich dann zurück.
Sehr erfreulich ist übrigens auch, dass meine Katzen seither keinen weiteren Vogelmord mehr zu verantworten haben – ich hatte schon befürchtet, nach 2 Vögeln an einem einzigen Wochenende gehe es in dem Tempo weiter und bin sehr froh, dass dem nicht so ist.

Das sind ganz tolle Fotos. Nicht nur von den Stieglitzen …